Ausstellung der Berliner Künstlerin
Cornelia Hübner-Sawal „Der Raum hat die Seite gewechselt“
03.07.2026 - 31.07.2026

Vernissage: Freitag 03. Juli 2026 um 18 Uhr

Der „Widerstand“ als künstlerische Motivation

Wenn die Farbtextur einen Gestaltungsprozess hervorruft und Form, Farbe, Licht und Raum zu grundlegenden Themen für den Entwurf abstrakter Bildvarianten werden – Varianten, die sich fortan wandeln und immer wieder neu erfunden werden – dann wird der „Widerstand“ zur Motivation für das Künstlerische.

Cornelia Hübner-Sawal ist seit geraumer Zeit intensiv und leidenschaftlich mit der Malerei unterwegs. Die Künstlerin sucht die Reibung: Sie benötigt eine Farbtextur und einen abstrakten Gegenstand, die beide über die formalen Bedingungen des Farbeinsatzes Spannung erzeugen.


Textur als Provokation und räumliche Idee

Ihr zentrales Anliegen ist die Provokation durch Textur. Sie bearbeitet die Oberfläche so lange, bis ihr die malerische Fläche ausreichend Widerstand bietet:

  • Entweder, um dahinterliegende Malschichten herauszulösen und verborgene Formvarianten zu entwerfen und weiterzuentwickeln.
  • Oder, es geht ihr um die Textur als räumliche Idee.

Abstrakte Gebilde, plastisch belichtet und in tiefe Räumlichkeit getaucht, wandeln sich zur flächigen Form – mal lapidar, mal fein ausgearbeitet. Es scheint, als bestünden sie aus unterschiedlicher Materie (mal weich, mal härter, mal transparent). Diese plastischen Formen befinden sich dann nicht selten in unmittelbarer Nachbarschaft zu gänzlich unausgearbeiteten, skizzenhaft gesetzten Farbflächen. Diesen abstrakten Arbeiten stellt sie die weitaus differenzierteren Werke gegenüber.


Bildwirkung und Rauminszenierung

Cornelia Hübner-Sawal gelingt es, eindringliche Bildwirkungen zu erzeugen. Obwohl ihre bildhauerische Absicht unverkennbar ist, verschwindet sie ab und an aus dem Bildraum.

  • Farbigkeit und Stimmung: Zarte pastellige Nuancen geben Auskunft über Stimmung und Temperament der Künstlerin. Die Bilder eint eine authentische Farbigkeit, wobei die Künstlerin Farben von oftmals monochromatischer Weichheit und Zartheit
  • Licht und Plastizität: Durch die Plastizität der einen oder anderen Form wird das hierdurch entstehende Farblicht stark hervorgehoben.
  • Spannungsfelder: Formen und Körper ordnet sie den umliegenden Farbräumen nach an und setzt dabei gezielt Wechselwirkungen und Spannungsfelder

    Eine Inszenierung des Raumes ist ihre zentrale Absicht – sowohl in den abstrakten als auch in ihren landschaftlichen Werken.


Von der Abstraktion zur Landschaft


In einer expressiv erzählerischen Kraft verbindet und trennt die Künstlerin Abstraktion und Landschaft.

So umkreist eine Narration die nächste, und so kommt es, dass aus einem räumlichen Gefüge unverhofft Landschaft entsteht. Dies ist nicht Landschaft im klassischen Sinn, sondern die Abstraktion einer Landschaft. Ideen hierfür holt sich die Künstlerin unter anderem von fotografischen Landschaftsaufnahmen, die sie in ihren Kompositionen verarbeitet.

Eine Heterogenität der Themen ist unverkennbar, dennoch fügt sich das „Bild“ durch eine einheitliche Farbigkeit zu einem Ganzen. Aus beidem gemeinsam entstehen Bild-Erzählungen, die sich sowohl mit der Abstraktion als auch mit dem Figürlichen auseinandersetzen. Dabei äußert die Künstlerin eine starke Affinität zur Farbmaterie, die wie ein Magnet auf sie einzuwirken scheint.

 

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