Der „Widerstand“ als künstlerische Motivation
Wenn die Farbtextur einen Gestaltungsprozess hervorruft und Form, Farbe, Licht und Raum zu grundlegenden Themen für den Entwurf abstrakter Bildvarianten werden – Varianten, die sich fortan wandeln und immer wieder neu erfunden werden – dann wird der „Widerstand“ zur Motivation für das Künstlerische.
Cornelia Hübner-Sawal ist seit geraumer Zeit intensiv und leidenschaftlich mit der Malerei unterwegs. Die Künstlerin sucht die Reibung: Sie benötigt eine Farbtextur und einen abstrakten Gegenstand, die beide über die formalen Bedingungen des Farbeinsatzes Spannung erzeugen.
Textur als Provokation und räumliche Idee
Ihr zentrales Anliegen ist die Provokation durch Textur. Sie bearbeitet die Oberfläche so lange, bis ihr die malerische Fläche ausreichend Widerstand bietet:
Abstrakte Gebilde, plastisch belichtet und in tiefe Räumlichkeit getaucht, wandeln sich zur flächigen Form – mal lapidar, mal fein ausgearbeitet. Es scheint, als bestünden sie aus unterschiedlicher Materie (mal weich, mal härter, mal transparent). Diese plastischen Formen befinden sich dann nicht selten in unmittelbarer Nachbarschaft zu gänzlich unausgearbeiteten, skizzenhaft gesetzten Farbflächen. Diesen abstrakten Arbeiten stellt sie die weitaus differenzierteren Werke gegenüber.
Bildwirkung und Rauminszenierung
Cornelia Hübner-Sawal gelingt es, eindringliche Bildwirkungen zu erzeugen. Obwohl ihre bildhauerische Absicht unverkennbar ist, verschwindet sie ab und an aus dem Bildraum.
Von der Abstraktion zur Landschaft
In einer expressiv erzählerischen Kraft verbindet und trennt die Künstlerin Abstraktion und Landschaft.
So umkreist eine Narration die nächste, und so kommt es, dass aus einem räumlichen Gefüge unverhofft Landschaft entsteht. Dies ist nicht Landschaft im klassischen Sinn, sondern die Abstraktion einer Landschaft. Ideen hierfür holt sich die Künstlerin unter anderem von fotografischen Landschaftsaufnahmen, die sie in ihren Kompositionen verarbeitet.
Eine Heterogenität der Themen ist unverkennbar, dennoch fügt sich das „Bild“ durch eine einheitliche Farbigkeit zu einem Ganzen. Aus beidem gemeinsam entstehen Bild-Erzählungen, die sich sowohl mit der Abstraktion als auch mit dem Figürlichen auseinandersetzen. Dabei äußert die Künstlerin eine starke Affinität zur Farbmaterie, die wie ein Magnet auf sie einzuwirken scheint.
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